Motorsportclub Riesa e. V.

Benzin im Blut und im Tank


Motorsport für jedes Alter: Die jüngsten Mitglieder, hier nach einem Rennen in Oschatz, des MSC Riesa sind fünf Jahre, das älteste ist 70.

Schlechtes Wetter hält die Kinder nicht davon ab, ihrem Hobby zu frönen und am Sonnabend mit kleinen Cross-Maschinen oder Quads über die Kinder-Strecke des Motorsportclubs Riesa e.V. zu „heizen“. Wenn sie zum Schluss aussehen wie die „Erdferkel“, dann ist das höchstens ein Problem für die Waschmaschine. „Wenn man die Begeisterung der Kinder erlebt, ist klar, dass unsere Entscheidung zum Bau dieser Trainingsstrecke richtig war“, ist Roland Opel, der Vorsitzende des im Februar gegründeten Motorsportclub Riesa e.V., überzeugt.


Schnupperkurse

Der enorme Zuspruch bei der Vereinspräsentation anlässlich der Automeile gab den Ausschlag dafür, zumal die Förderung des Kinder- und Jugendsports in der Satzung des Vereins ganz oben steht. Ein Mitglied des MSC stellte eine Fläche auf seinem Firmengrundstück an der Lommatzscher Straße zur Verfügung, auf der Kinder und Jugendliche nun das Motocross-Fahren trainieren können. Oft wurde den Kindern – Mindestalter ist fünf Jahre – das „Benzin-Gen“ vererbt. Sie haben die Eltern oder sogar die Großeltern im Schlepptau, wenn sie zum Training kommen. Und mancher besitzt auch schon eine eigene kleine Maschine. Aber für fünf Euro kann jeder zu den Schnupperkursen kommen.



Vereinsvorsitzender Roland Opel ist selbst begeisterter Endurofahrer.

Auf der Suche

Für die Großen stellt sich die Frage nach einer eigenen Trainings- oder gar Wettkampfstrecke dagegen wesentlich komplizierter dar. Es gibt bisher keine im Landkreis Meißen. Der Versuch, in Naundorf eine Strecke einzurichten, scheiterte an den Kosten und am Widerspruch der Anwohner. Für viele ist Motorsport gleich Lärm – ohne sich überhaupt anzuhören, was der Verein vor hat. Der ist sich natürlich im Klaren darüber, dass eine solche Anlage auch Auflagen erfüllen muss. Roland Opel und seine Mitstreiter geben die Hoffnung nicht auf, dass sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren etwas tut.



Die Vereinsmitglieder nehmen regelmäßig an Rennen teil – und das erfolgreich: Beim Motocross-Rennen in Luckau vor zwei Wochen belegten David Butzek (12 Jahre) und Lars Täubert (33) jeweils zweite Plätze. (Fotos: MSC Riesa e. V.)

Traditon

Bis 1992 gab es in Riesa den MC Pneumant. Danach spielte der Motorsport in der Stadt keine große Rolle mehr, obwohl es viele Motorsport-Enthusiasten gibt, wie sich auch immer wieder beim Mautitzer Dreieckrennen zeigt. Die Vereinsgründung im Februar war ein wichtiger Schritt für die traditionsreiche Sportart. 45 Mitglieder hat der MSC Riesa inzwischen. Er ist offen für alle Motorsportbegeisterten, für alle, die den „Duft“ von Benzin und Reifen lieben – unabhängig davon, ob ihr fahrbarer Untersatz zwei, drei oder vier Räder hat.


Legende

Im Moment überwiegen im MSC noch die Zweiradfahrer, vor allem aus dem Bereich Cross und Enduro. Sie trainieren – zur Zeit meist noch bei befreundeten Vereinen in Jüterbog oder Jänschwalde – für die nächsten Wettkämpfe, fahren aber auch aus Spaß an der Freude, um den Kopf frei zu bekommen vom Alltag. Ob mit neuen Maschinen oder Oldtimern – jeder kann mitmachen. Das älteste Vereinsmitglied ist mit mehr als 70 Jahren übrigens die Riesaer Motorsportlegende Gernot Weser.

An jedem ersten Dienstag im Monat treffen sich die Vereinsmitglieder. Dabei geht es natürlich auch gesellig und familiär zu, denn es gibt überraschend viele motorsportbegeisterte Frauen. Im November wird auf der Kinderstrecke die erste Vereinsmeisterschaft ausgetragen, und im nächsten Jahr nehmen einige Kinder an der Sachsenmeisterschaft teil und trainieren dafür schon fleißig.

 





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