Damit können Sie durchschnittlich 7 Stunden fernsehen, 240 Frühstückseier kochen, 15 Hemden bügeln, 100 Stunden einen Raum mit einer Energiesparlampe (10-Watt) beleuchten, 70 Tassen Kaffee kochen, zwei Tage einen 300-Liter-Kühlschrank nutzen, ein Mittagessen für vier Personen auf dem Elektroherd kochen, eine Maschine Wäsche waschen, mit der Bohrmaschine 110 Löcher bohren, 5 Stunden lang mit dem Computer arbeiten oder 30.000 Runden auf einer Carrera- Rennbahn drehen. Wenn Sie eine Kilowattstunde erzeugen wollen, müssen Sie etwa 10 Stunden auf einem Hometrainer strampeln.
In der Regel setzen sich unsere Strompreise aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis zusammen. Der Arbeitspreis kann, vorausgesetzt Sie haben einen Zweitarifzähler, in zwei verschiedene Tarifzeiten unterschieden werden (siehe 1.3). Im Arbeitspreis integriert ist das Netznutzungsentgelt (Entgelt für den Transport des Stroms durch die Leitungen , siehe1.4). Außerdem beinhalten die Arbeitspreise die gesetzlichen Belastungen wie Konzessionsabgabe, Stromsteuer sowie die Umlagen aus dem Erneuerbare-Energien- und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzen. Unter dem Strich erhöhen sich die Arbeits- und die Grundpreise um die gesetzliche Umsatzsteuer.
Der Arbeitspreis ist das verbrauchsabhängige Entgelt für jede abgenommene Kilowattstunde Strom. Der Grundpreis ist ein von der verbrauchten Strommenge unabhängiger Preisbestandteil. Er beinhaltet die Aufwendungen für die Bereitstellung der Elektroenergie, Abrechnung, Zählermiete und allgemeine Vertriebskosten.
Wenn Sie einen großen Teil Ihres Stromes zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr (Schwachlastzeit) verbrauchen, können Sie sowohl beim Grundversorgungstarif als auch beim STADTSTROM- Tarif die Schwachlastregelung nutzen. Ob sich dieser Tarif und damit verbunden der nachträgliche Einbau eines Doppeltarifzählers für Sie lohnt, erörtern wir mit Ihnen gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Für die Nutzung einer Wohnung zahlt der Mieter dem Vermieter eine Kaltmiete. Ein Beispiel, das jeder kennt. Nicht anders verhält es sich mit dem Netznutzungsentgelt, das im Strompreis integriert ist. Dieses zahlt jeder Stromkunde für die Nutzung des Stromnetzes. Denn bevor die Lampe leuchtet, muss der Strom in das Gebäude transportiert werden. Erhoben wird das NNE vom Netzbetreiber. Am Beispiel Riesa sind das wir als heimische Stadtwerke. Die Netzentgelte haben an den gesamten Stromkosten einen Anteil von etwa einem Drittel. Die NNE sind im Endpreis bereits enthalten und werden auf Ihrer Jahresrechnung separat ausgewiesen.
Jeder Kunde erwartet eine sichere und zuverlässige Stromlieferung. Voraussetzung dafür ist ein sicheres Stromnetz. Dieses zu betreiben und zu pflegen, kostet Geld – sei es die Verlegung neuer Leitungen oder der Betrieb der Transformatoren. Weil wir die Hälfte unseres Stroms bei Dritten kaufen, kommen die NNE der vorgelagerten Netzbetreiber hinzu. Denn dieser Strom muss zunächst durch andere Netze nach Riesa transportiert werden, bevor er hier einen Kühlschrank zum Laufen bringt. In Summe ergeben diese Faktoren das NNE der Stadtwerke Riesa GmbH.
Wir veröffentlichen die neuen Preise sechs Wochen vor Inkrafttreten im Amtsblatt der Stadt Riesa, den RIORegionalnachrichten, und auf unserer Internetseite. Das Amtsblatt erscheint in der Regel immer freitags und wird kostenfrei in alle Riesaer Haushalte geliefert. Zusätzlich informieren wir Sie über die Preisanpassung zeitgleich zur Veröffentlichung mit einem persönlichen Brief.
Werden innerhalb eines Abrechnungszeitraumes die Leistungs-, Grund- oder/und Arbeitspreise geändert, so werden die Jahresleistungs- und Verrechnungspreise und der Elektrizitätsverbrauch zeitanteilig errechnet und abgerechnet. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen auf der Grundlage von Erfahrungswerten. Entsprechendes gilt bei der Änderung der Stromsteuer, der Konzessionsabgabe, des Mehrwertsteuersatzes sowie der EEG- und KWK-Umlagen.
Zur Stromkennzeichnung sind gemäß Energiewirtschaftsgesetz alle Stromversorger verpflichtet. Durch die Stromkennzeichnung informieren wir Sie in transparenter und vergleichbarer Weise darüber, wie Ihr Strom erzeugt wurde und welche Umweltauswirkungen die verschiedenen Energieträger haben. Die Stromkennzeichnung informiert über den Anteil von Kernkraft, fossilen Energieträgern und Erneuerbaren Energien am Gesamt- Energieträgermix, den wir im letzten oder vorletzten Jahr verwendet haben. Bei den Umweltauswirkungen werden die CO2- Emissionsbilanz und der radioaktive Abfall ausgewiesen.
Der Grundstein für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung Riesas wurde 1991 mit dem Neubau des Umspannwerkes Nord in Gröba gelegt. Es war und ist die wichtigste Nahtstelle der Riesaer Stromversorgung. Dort beginnt das Netz der Stadtwerke Riesa GmbH. Der zweite Schritt folgte am 1. Januar 1994, als wir von der damaligen ESAG Energie Sachsen Ost AG die Stromversorgung für Riesa übernahmen. Am Umspannwerk Nord (Eigentümer ist die ENSO Netz GmbH) wird die Elektroenergie nach Umformung von 110 Kilovolt auf 20 Kilovolt an uns übergeben. Danach verteilen wir den Strom, vereinfacht gesagt, über ein 400 Kilometer langes Leitungsnetz und 130 Trafostationen an unsere Kunden. Die Versorgungsqualität ist dank kontinuierlicher Modernisierung und permanenter Überwachung überdurchschnittlich gut. Stromausfälle sind in Riesa eine Seltenheit. Wir liegen sogar unterhalb der bundesweiten Ausfallquote, die ohnehin zur weltweiten Spitze gehört.
Zurzeit bieten wir eine sichere und zuverlässige Stromversorgung in weiten Teilen des Riesaer Stadtgebietes.
Welche das genau sind, erfahren Sie hier.
Durch den Beschluss des Stadtrates, den Konzessionsvertrag für die Stromversorgung an uns zu vergeben, werden wir ab 2011 der Stromnetzbetreiber für ganz Riesa sein. Dann kommen die Ortsteile Leutewitz, Nickritz, Gostewitz, Böhlen, Jahnishausen,Oelsitz und Mautitz hinzu.
Wir machen das in fünf Heizkraftwerken, die sich allesamt im Stadtgebiet befinden. Wie der Name schon sagt erzeugen wir sowohl Wärme („Heiz”) als auch Elektroenergie („Kraft”). Diesen Prozess nennt man Kraft- Wärme-Kopplung. Als Brennstoff setzen wir auf natürliches Erdgas. Damit verbinden wir die Effizienz der Erzeugungstechnik mit der Emissionsarmut des Brennstoffes. Durch die maximale Nutzung des Energieträgers Erdgas erreichen wir Brennstoffausnutzungsgrade von 80 bis 90 Prozent - doppelt so hoch wie in konventionellen Kraftwerken. Der Erzeugungsprozess geht vereinfacht erklärt so: In einem erdgasbetriebenen Otto-Motor wird das Gas verbrannt, so wie in einem Auto das Benzin. Die schlagartige Verbrennung des Erdgases in den Zylindern bringt die Kolben in Bewegung, die wiederum die Kurbelwelle auf 1.500 Umdrehungen pro Minuten antreiben. Daran gekoppelt ist ein Generator. Dieser wandelt die Bewegungsenergie in elektrische Energie um.
Der Netzbetreiber ist gesetzlich für den ordnungsgemäßen Betrieb des Stromnetzes zuständig, der Stromlieferant hingegen für die Lieferung des Stroms. Jeder Kunde in einem Netzgebiet hat einen Anspruch auf die Lieferung von Strom durch den Grundversorgung. Diese Grundversorgungsaufgabe muss der Stromlieferant übernehmen, der die meisten Stromkunden in diesem Bereich hat. Häufig sind der Netzbetreiber und der Grundversorger identisch. So wie in Riesa, wo wir Netzbetreiber und Grundversorger sind. Der Stromlieferant zahlt für die Nutzung der technischen Anlagen des Netzbetreibers ein Netznutzungsentgelt(siehe 1.4, S. 8). Bei uns wird diese Leistung intern zwischen zwei getrennten Bereichen, einen für den Netzbetrieb und einen für den Energievertrieb, abgerechnet.
Die Kilowattstunde ist die Einheit für elektrische Energie. Kilowatt bezeichnet hingegen die Leistung. Elektrische Energie ist die physikalische Arbeit, die mit der Elektrizität geleistet werden kann. Je länger ein elektrisches Gerät konstant läuft, desto mehr Arbeit erbringt oder kWh verbraucht es. Beispiel: Eine 10-Watt-Energiesparlampe ist 10 Stunden lang in Betrieb. Dann sind das 10 Watt mal 10 Stunden gleich 1000 Wattstunden oder 1 Kilowattstunde. Die Leistung hingegen stellt die elektrische Energie pro Zeiteinheit dar.
Mit Hilfe von Transformatoren lassen sich elektrische Wechselspannungen herauf- oder herunter transformieren, das heißt erhöhen oder verringern, und damit den technischen Erfordernissen des Gebrauchs anpassen. Zum Transport über Hochspannungsleitungen wird die Spannung mit einem Transformator auf bis zu 380.000 V hochtransformiert und in der Nähe der Verbraucher wieder heruntertransformiert auf 400 V (üblicher Drehstrom) oder 230 V (üblicher Wechselstrom). In unserem Netzgebiet sind 130 Transformatoren im Einsatz. Wir nennen sie Trafostationen, weil sie in kompakten Gebäudehüllen untergebracht sind.