FAQ: Erdgaspreise & Erdgasversorgung

Der Weg des Erdgases zum Kunden

Die Gasdruckregelanlage

Erdgaspreise

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Im Arbeitspreis integriert ist das Netznutzungsentgelt, also der Anteil für den Transport des Gases durch die Leitungen. Außerdem beinhalten die Arbeitspreise die gesetzlichen Belastungen wie Konzessionsabgabe und Erdgassteuer. Unterm Strich erhöhen sich die Arbeits- und die Grundpreise um die gesetzliche Mehrwertsteuer.

Wofür zahle ich den Grundpreis und Arbeitspreis?

Der Arbeitspreis ist das verbrauchsabhängige Entgelt für jeden abgenommenen Kubikmeter Erdgas. Der Grundpreis ist ein von der verbrauchten Erdgasmenge unabhängiger Preisbestandteil. Er beinhaltet die Aufwendungen für die Bereitstellung des Erdgases, Abrechnung, Zählermiete und allgemeine Vertriebskosten.

Warum wird der Erdgasverbrauch in Kubikmeter abgelesen, aber in Kilowattstunden (kWh) abgerechnet?

Durch unterschiedliche Zusammensetzungen des Erdgases kann ein Kubikmeter auch unterschiedliche Energiemengen enthalten. Die Eichordnung legt deshalb fest, dass Erdgas mit der thermischen Energie und der thermischen Leistung abzurechnen ist. Nach anerkannten Regeln werden die gemessenen Kubikmeter in Energiemengen umgerechnet und in der Maßeinheit Kilowattstunde angegeben. (siehe auch "Was ist "Thermische Gasabrechnung"?)

Wie hoch ist der Staatsanteil am Erdgaspreis der Stadtwerke Riesa?

Der Erdgaspreis wird durch den Staat deutlich erhöht: Fast ein Drittel des Erdgaspreises sind staatlich verursacht. Den größten Anteil hat die Mehrwertsteuer. Zusätzlich wird der Erdgaspreis durch die Erdgassteuer (neun Prozent), aber auch Konzessionsabgaben (zwei Prozent), belastet. Hinzu kommen die Einnahmen aus einer Erdgasförderabgabe (zwei Prozent), die in einigen Bundesländern auf die Gewinnung von Erdgas und Erdöl erhoben wird.

Was ist die Erdgassteuer

Wie die Stromsteuer wird die Erdgassteuer im Energiesteuergesetz (EnergieStG) als Verbrauchssteuer geregelt und ist dort auf 0,55 ct/kWh festgelegt. Die Erdgassteuer ist Bestandteil der Erdgasarbeitspreise und wird demnach von den SWR in Abhängigkeit der Verbrauchsmenge dem Kunden berechnet.

Wie werde ich über Preisänderungen informiert?

Wir veröffentlichen die neuen Preise sechs Wochen vor Inkrafttreten im Amtsblatt der Stadt Riesa, dem "Riesaer", und auf unserer Internetseite. Zusätzlich informieren wir Sie über die Preisanpassung zeitgleich zur Veröffentlichung im Amtsblatt mit einem persönlichen Brief.

Ändert sich bei einer Preisänderung mein Abschlag?

Sollten aufgrund der Preisänderungen Abschlagsänderungen notwendig sein, informieren wir Sie darüber zusätzlich im Preisänderungsschreiben. Abschlagsanpassungen erfolgen in der Regel automatisch bei jeder Jahresrechnungslegung auf der Grundlage Ihres aktuellen Verbrauches und der aktuellen Preise. Damit vermeiden wir hohe Nachforderungen und Rückerstattungen bei der folgenden Rechnungslegung.

Wie erfolgt bei einer Preisänderung die Abgrenzung in der Rechnung?

Werden innerhalb eines Abrechnungszeitraumes die Preise geändert, so werden die Jahresmengen zeitanteilig errechnet und abgerechnet. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen auf der Grundlage von Erfahrungswerten.

Muss ich bei einer Preisänderung meinen Zählerstand mitteilen?

Nein, da wir den anteiligen Verbrauch computerbasiert errechnen und dabei auf die langjährige Erfahrung mit über 20.000 Kunden zurückgreifen. Sie können es dennoch tun: einfach die Zählerstände unter Angabe von Name, Kundennummer und Zählernummer formlos zu Papier bringen und zu uns senden.

Was ist eine Konzessionsabgabe?

Konzessionsabgaben sind Entgelte, die Energieversorgungsunternehmen an Gemeinden abführen. Damit räumt die Stadt Riesa uns das Recht ein, die öffentlichen Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen zu benutzen. Diese Leitungen müssen der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet mit Strom und Gas dienen. Kurz: Es ist eine Abgabe an die Stadt Riesa, damit wir Elektrokabel und Gasleitungen in den Straßen verlegen und betreiben können.

Was ist "Thermische Gasabrechnung"?

Bei der thermischen Gasabrechnung wird die verbrauchte thermischen Energie in Kilowattstunden abgerechnet. Dabei rechnen wir den mit Hilfe Ihres Zählerstandes ermittelten Gasverbrauch von Kubikmeter in Kilowattstunden um. Details können Sie im folgenden Dokument nachlesen: Thermische Gasabrechnung im Detail

Erdgasversorgung

Welche Gebiete versorgen die SWR mit Erdgas?

Wir haben weite Teile des Riesaer Stadtgebietes mit Erdgas erschlossen. Welche das sind, erfahren Sie in der Rubrik Erdgas-Versorgungsgebiet.

Wie versorgen die SWR die Stadt Riesa mit Erdgas?

Lange bevor wir die Gasversorgung für Riesa übernahmen, bauten wir 1991 in Riesa-Canitz eine Gasübernahmestation und verlegten von dort eine Hochdruckleitung zum Heizkraftwerk Weida. Damit schufen wir die Voraussetzung, Riesa perspektivisch mit Erdgas zu versorgen. Schließlich lösten wir im September 1993 die Gasversorgung Sachsen Ost GmbH als örtlichen Gasversorger für Riesa ab. Von Dezember 1993 bis Mai 1994 haben wir zunächst das Netz von Stadtgas auf sicheres, umweltschonendes Erdgas umgestellt. Ein Riesenprojekt, das wir gemeinsam mit Fachfirmen bei 16.000 Kunden und 34.000 Gasgeräten verwirklichten. Seitdem übernehmen wir an der Übernahmestation in Riesa-Canitz das Erdgas von unserem vorgelagerten Netzbetreiber, der ONTRAS-VNG Gastransport GmbH. Das mit Hochdruck einströmende Gas wird so aufbereitet, dass es bedarfsgerecht an die Kunden weitergeleitet werden kann. Dies erfolgt über ein etwa 170 Kilometer langes unterirdisches Leitungsnetz und 33 Gasdruckregelanlagen.

Wie umfangreich ist das Erdgasnetz der Stadtwerke Riesa?

Wir betreiben ein 170 Kilometer langes Erdgasrohrleitungsnetz mit über 3.000 Hausanschlüssen und 33 Gasdruckregelanlagen. Von den 170 Kilometern entfallen 30 Kilometer auf das Hochdruck-, 20 Kilometer auf das Mitteldruck- und 80 Kilometer auf das Niederdrucknetz. Die restlichen 40 Kilometer sind Hausanschlussleitungen.

Was sind Gasdruckregelanlagen?

Diese Stationen regeln den Druck des Erdgases, indem sie ihn beispielsweise von Mittel- (800 mbar) auf Niederdruck (24 mbar) reduzieren. Dieses Verfahren nennt man Reduktion oder Entspannung. Die Stationen übernehmen noch andere Aufgaben wie Filterung, Vorwärmung und vereinzelt auch Mengenmessung. Ähnlich wie die Transformatoren im Stromnetz, machen Gasdruckregelanlagen das Erdgas für unsere Kunden überhaupt erst anwendungsfähig. Auch unsere Gasübernahmestation in Riesa-Canitz, wo wir das Erdgas von unserem vorgelagerten Netzbetreiber übernehmen, ist eine Gasdruckregelanlage. Dort wird der Gasdruck von 45 bar auf 20 bar reduziert. Auch die Odorierung für unser gesamtes Gasversorgungsnetz wird in der Übernahmestation realisiert.

Wie sicher ist die Erdgasversorgung der Stadtwerke Riesa?

Wir betreiben unser Gasnetz nach strengen gesetzlichen Vorschriften und einheitlichen technischen Regelwerken. Sicherheit hat dabei höchste Priorität. Unsere Mitarbeiter sind absolute Spezialisten der Gasversorgung. Arbeiten an Gasanlagen dürfen neben unseren Gasmonteuren nur geprüfte Installationsfirmen durchführen. Jedes Jahr bilden wir unsere Monteure und die Installateure der Firmen weiter. Des Weiteren werden das Gasnetz und alle anderen Energieversorgungsnetze von unserer Netzleitwarte rund um die Uhr überwacht und gesteuert. Hierbei gewährleisten modernste Soft- und Hardware sowie speziell geschultes Personal höchste Versorgungssicherheit. Zudem führen wir regelmäßig eine Gasrohrnetzüberprüfung durch. Dabei suchen wir nach möglichen Leckstellen. Bis heute konnten wir die Leckstellen auf ein Minimum reduzieren. Insbesondere der Austausch des kompletten Bestandes alter, störanfälliger Graugussleitungen erzielte die gewünschte Wirkung. Heute setzen wir ausschließlich auf extrem langlebige Stahl- und Polyethylenleitungen. Nicht zuletzt haben zur hohen Versorgungssicherheit auch unsere Investitionen in den Ausbau und die Instandhaltung der Gasversorgungsanlagen beigetragen.

Warum riecht Erdgas?

Von Natur aus ist Erdgas geruchlos. Wie alle Gasversorger mischen wir dem Erdgas einen Duftstoff bei, der einen unverwechselbaren, durchdringenden Geruch hat. Das bezeichnet man als Odorierung. Es ist eine Sicherheitsmaßnahme für den Erdgaskunden, damit eventuelle geringste Undichtigkeiten in der Hausinstallation oder im Versorgungsnetz identifiziert werden können.

Woher kommt Erdgas?

Erdgas ist ein Naturprodukt. In grauer Vorzeit ist es aus organischen Substanzen wie Plankton entstanden. Ihre Überreste haben sich vor vielen Millionen Jahren auf dem Grund der Ur-Meere abgelagert und wurden im Laufe der Zeit von Gesteins- und Erdschichten überdeckt. Unter Luftabschluss und hohem Druck kam ein langwieriger chemischer Prozess in Gang. Das Endprodukt: Erdgas. Der überwiegende Teil des im deutschen Markt genutzten Erdgases stammt aus westeuropäischen Quellen: Norwegen liefert 26 Prozent und die Niederlande 19 Prozent des deutschen Erdgasaufkommens. Rund vier Prozent des Erdgases stellen Dänemark und Großbritannien. Russland hat einen Anteil von 37 Prozent. 14 Prozent stammen aus deutscher Eigenförderung. Über Pipelines strömt dieses Gas auch nach Sachsen, wo es die Stadtwerke Riesa in ihr eigenes Netz einspeisen. Von dort gelangt es schließlich zu Ihnen nach Hause.

Welche Qualität hat das von den Stadtwerken Riesa gelieferte Erdgas?

Erdgas ist nicht gleich Erdgas. Es gibt verschiedene Qualitäten mit unterschiedlich hohem Brennwert. Die SWR liefern Ihnen konstant das qualitativ hochwertige Erdgas der Gruppe H*. Dieses hat im Mittel einen Brennwert von 11,232 kWh/m³. Die Zusammensetzung des Erdgases unterliegt regelmäßigen strengen Kontrollen. Auch beim Druck in den Netzen gibt es Unterschiede. Die Stadtwerke Riesa GmbH betreiben in ihrem Netzgebiet flächendeckend Erdgasnetze sowohl mit Niederdruck als auch mit Mittel- und Hochdruck. Damit versorgen wir unsere Kunden so, wie es ihren Bedürfnissen entspricht.

Was ist die Nennwärmeleistung?

Dieser Wert gibt die Abgabeleistung eines Wärmeerzeugers in Kilowatt an. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt fest, dass die maximale Leistung des Wämeerzeugers für ein Wohngebäude aufgrund einer sogenannten Wärmebedarfsberechnung bestimmt wird, damit überdimensionierte, unwirtschaftliche und vor allem auch Heizungsanlagen mit hohem Schadstoffausstoß vermieden werden.