Frühjahrshochwasser 2006: Eine Nachbetrachtung

13.04.2006

Das Hochwasser 2006 erreichte zur Erleichterung Aller nicht die Ausmaße der Jahrhundertflut 2002. Dennoch waren erneut viele Gebäude in Riesa von den Fluten betroffen. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Riesa waren in den gefährdeten Gebieten unterwegs und führten ständige Kontrollen an den Anlagen und Netzen durch. Situationsbedingt musste dann vor Ort entschieden werden, ob eine Abschaltung beispielsweise des Stromes notwendig war.

Kostenfreie Notversorgung

Vor allem die Monteure der Stromversorgung waren verstärkt im Einsatz. Als erstes Wohngebäude war die Elbresidenz am Muskatorwerk betroffen. Hier bauten die Stadtwerke alle Zähler aus. Weitere Brennpunkte in Riesa waren erneut die Kirch- und die Elbstraße. Um nicht die Stromversorgung für beide Straßen komplett unterbrechen zu müssen, wurden die Enden der vom Wasser gefährdeten Hausanschlusskabel spannungsfest verkappt, sprich wasserdicht gemacht. Somit musste der Strom nur bei denjenigen Gebäuden abgeschaltet werden, deren Hausanschlusskästen tatsächlich vom Hochwasser gefährdet waren. Bei allen letztendlich betroffenen Gebäuden, wurde eine Notversorgung mit Hilfe von Baustromverteilern eingerichtet. Die Stadtwerke stellten diesen "Notstrom" den Betroffenen kostenfrei zur Verfügung.

 

Reguläre Energieversorgung wiederhergestellt

Der Aufwand für die Mitarbeiter der Gasversorgung und die hiesigen Gasinstallateurfirmen fiel deutlich geringer aus. Es mussten nur wenige Kessel und Zähler ausgebaut werden.

Nach dem Rückgang des Hochwassers waren die Mitarbeiter unterwegs um die Wiederversorgung der abgeschalteten Kundenanlagen sicher zu stellen. Dabei waren vor allem für Anlagen, die direkten Wasserkontakt hatten, strenge Sicherheitsregeln zu beachten. Grundsätzlich wurden diese erst dann wieder in Betrieb genommen, wenn sie zuvor von einer Elektro- bzw. Gasinstallateurfirma überprüft und gegebenenfalls instand gesetzt wurden.

 

Verkehrslandeplatz 69 Zentimeter unter Wasser

Dank vorsorglicher Räumungsmaßnahmen ist der Verkehrslandeplatz Riesa-Göhlis von größeren Schäden verschont geblieben. Alle Flugzeuge wurden rechtzeitig auf andere Flughäfen verlegt bzw. auf anliegenden Hügeln sichergestellt. Der Wasserhöchststand betrug 69 Zentimeter. 2002 waren es noch 188 Zentimeter. Das Airpark-Restaurant, die Büros der Flugleitung und das Untergeschoss des Mehrzweckgebäudes blieben trocken. Auch zur Start- und Landebahn reichten die Fluten nicht. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange und fast abgeschlossen. Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs erfolgte bereits am Donnerstag, 13.04.2006.

 

Wichtiger Hochwasserschutzplan

Der nach der Jahrhundertflut 2002 konzipierte Hochwasserschutzplan der Stadtwerke Riesa GmbH kam gezwungenermaßen zum ersten Mal zum Einsatz. In diesem ist eine genaue Abfolge von Maßnahmen festlegt, die bei bestimmten Pegelständen vorzunehmen sind. Die Umsetzung dessen hat sich beim jetzigen Hochwasser bewährt.