Neues von den Stadtwerken Riesa

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SWR machen Strompreise transparent (Teil 2): Die Kaltmiete für Versorgungssicherheit

19.02.2010

Wie groß ist der Einfluss des Staates auf die Höhe der Strompreise? Warum werden Netznutzungsentgelte erhoben? Welche Bedeutung hat die Strombörse in Leipzig? Der Strompreis wirft Fragen auf. Die Stadtwerke Riesa geben Antworten. Im zweiten Teil wird beleuchtet, was Netzentgelte sind.

Für die Nutzung einer Wohnung zahlt der Mieter dem Vermieter eine Kaltmiete. Ein Beispiel, das jeder kennt. Nicht anders verhält es sich mit dem Netznutzungsentgelt (NNE), das im Strompreis integriert ist. Das NNE zahlt jeder Stromkunde für die Nutzung des Stromnetzes. Denn bevor die Lampe leuchtet, muss der Strom in das Gebäude transportiert werden. Erhoben wird das NNE vom Netzbetreiber. Am Beispiel Riesa sind das die heimischen Stadtwerke. Wie in der Grafik sichtbar, macht das NNE bei Haushalts- und Gewerbekunden etwas weniger als ein Drittel der Stromkosten eines Haushaltes aus.

 

Wofür zahlt ein Kunde das Netznutzungsentgelt (NNE)?

Jeder Kunde erwartet eine sichere und zuverlässige Stromlieferung. Voraussetzung dafür ist ein sicheres Stromnetz. Dieses zu betreiben und zu pflegen, kostet Geld – sei es die Verlegung neuer Leitungen oder der Betrieb der 130 Trafostationen. Zudem müssen die SWR die NNE ihrer vorgelagerten Netzbetreiber einberechnen. Das sind jene Netzbetreiber, die den Strom vom Kraftwerk bis zur Stadtgrenze Riesas transportieren. Im Falle der SWR sind das die Enso und die „50Hertz Transmission GmbH“ (ehemals Vattenfall). In Summe ergeben die Kosten für das eigene Netz und die Transportkosten der vorgelagerten Netzbetreiber das NNE der Stadtwerke Riesa.

 

Wie hoch ist das NNE?

Das NNE für einen Haushalt im Netzgebiet der Stadtwerke Riesa beträgt 6,24 Cent/kWh. Die SWR weisen es für ihre Kunden extra auf allen Rechnungen aus. Zudem finden es Kunden transparent auf der SWR-Internetseite unter der Rubrik „Netze/Strom/Preise“.

 

Wovon ist die Höhe des NNE noch abhängig?

Das NNE ist zusätzlich von der Dauer und Höhe der Stromabnahme sowie von der Spannungsebene abhängig. Haushalte und Gewerbe beziehen Strom in Niederspannung; Industriebetriebe hingegen in Mittel- oder Hochspannung. Weil die weitverzweigten Niederspannungsnetze aufwändiger zu betreiben sind, zahlen Haushalte und Gewerbe in der Regel höhere NNE als Industriebetriebe.

 

Wird das NNE staatlich kontrolliert?

Jeder Netzbetreiber in Deutschland muss sein NNE in einem aufwändigen Verfahren von der zuständigen Regulierungsbehörde prüfen lassen. Es ist ein Instrument, mit dem der Staat für reibungslosen Wettbewerb auf den Strommarkt sorgen will. Für sächsische Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden übernimmt diese Aufgabe die sächsische Landesregulierungsbehörde, die damit auch für die SWR zuständig ist.

 

Es ist ein Unterschied, ob Leitungen über weite Entfernungen in entlegene, dünn besiedelte Regionen oder über kurze Entfernungen in Ballungsräume verlegt werden. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle, weil zum Beispiel der Kabelbau in felsigem Untergrund spezialisierte und damit kostenintensive Technik erfordert.