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Stadtwerke Riesa - Konzern setzt sich im bundesweiten Bieterverfahren um PV-Fördermittel zum 2. Mal durch

04.06.2021

Im Jahr 2019 beschloss der Aufsichtsrat des Stadtwerke-Konzerns nach intensivem konstruktivem Austausch mit der Geschäftsführung die vorgeschlagene Diversifizierungsstrategie der Energieerzeugungstechnologien und gab damit den formellen Startschuss, an deren Umsetzung zu arbeiten.

Aufsichtsrat und Geschäftsführer des Stadtwerke-Konzerns auf der beräumten Fläche (Stand Mai 2021). (v.l.n.r.: Aufsichtsräte: Jürgen Gläsel, Roland Günther, Thomas Gallitzdorfer, Joachim Wittenbecher, René Röthig; Geschäftsführer der Stadtwerke Riesa GmbH und Energiegesellschaft Riesa mbH, Aufsichtsrat Jens Zoppa, Marco Müller; Vorsitzender des Aufsichtsrates sowie Aufsichtsrat Andreas Näther)

 

Die Idee

„Die SWR verfolgen eine langfristige erfolgreiche Konzernstrategie, haben die Rahmenbedingungen der Klima-, Umwelt-, Wirtschafts- und Energiepolitik analysiert, bewertet und daraus einen strategischen Entwicklungspfad abgeleitet.“, erklärt René Röthig, Geschäftsführer der SWR. „Dieser Entwicklungspfad beinhaltet auch die Diversifikation der Energieerzeugungstechnologien. Und so sollen die fünf bestehenden, hocheffizienten Heizkraftwerke der SWR bald von einem Photovoltaik-Kraftwerk unterstützt werden.“, ergänzt Röthig.

„Das erarbeitete Strategiekonzept hat uns überzeugt, weil es die absehbaren Entwicklungen in Bezug auf Klimaschutz und CO2-Minimierung ganz konkret aufnimmt und gleichzeitig gerade dadurch unseren Stadtwerken einen wirtschaftlichen Vorteil im Vergleich zu den Wettbewerbern bieten kann.“, erläutert Marco Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke. „Und was wirtschaftlich starke Stadtwerke für die Menschen unserer Stadt neben marktfähigen Energiepreisen noch alles leisten, davon profitieren nicht nur die vielen Mitglieder der geförderten Vereine, sondern auch alle Besucher der Schwimmhalle seit vielen Jahren. Es entsteht eine Win-Win-Win Situation für die Bürger, für das Klima und, für uns als Aufsichtsräte auch ganz entscheidend, für das Unternehmen.“ beschreibt Müller die Gründe, die dem Aufsichtsrat wichtig waren.

Der Startschuss

Nach dem Strategiebeschluss im Oktober 2019 galt es nun, „die PS auf die Straße zu bringen“. „Ein geeignetes Grundstück zu finden, klingt leichter als es ist. Da muss vieles passen. Die Größe, der Untergrund, die Nutzungszulässigkeit, die Verschattungssituation, die Stromnetzanbindesituation, die Fördervoraussetzungen und vieles mehr müssen dem geplanten Zweck zuträglich sein. Und natürlich muss der Eigentümer der potentiellen Fläche auch Lust haben mit uns ins Geschäft zu kommen.“, umreißt Röthig die Herausforderungen der Flächenakquise und erklärt weiter: „Wir waren an einigen Objekten dran, zunächst nicht mit dem gewünschten Ergebnis.“.

Der Verlauf

Aber schon im Frühjahr 2020 ist es der SWR gelungen, mit dem Areal an der Rostocker Straße (ehemals Kohlehandel) eine geeignete Fläche zu finden und nach komplexen Verhandlungen zu erwerben. Damit war der erste Meilenstein der Strategierealisierung bereits nach einem halben Jahr gesetzt.

Der Stadtrat hat die SWR bei der Umsetzung unterstützt und mit den Beschlüssen zum Areal an der Rostocker Straße am 11.11.2020 die Weichen für die Teilnahme des Stadtwerke Riesa-Konzerns am bundesweiten Ausschreibungsverfahren für Photovoltaik-Fördermittel (PV) gestellt.

„Dazu haben wir unser Konzernunternehmen Energiegesellschaft Riesa GmbH (EGR GmbH) aktiv in die Strategieumsetzung eingebunden. Während die Konzernmuttergesellschaft SWR GmbH das Grundstück an der Rostocker Straße erworben hat und zur Verfügung stellt, wird die EGR GmbH die Anlageninvestition vornehmen und diese dann auch an das Stromnetz der Stadtwerke Riesa anschließen. Gerade bei Letzterem hat die EGR GmbH hohe Expertise, woraus sich Synergien ergeben. Somit verbinden wir die Kompetenzen in Energieerzeugung und -vertrieb mit Netzanschluss-fähigkeiten, die in der SWR GmbH und EGR GmbH ergänzend vorhanden sind.“, erläutert René Röthig, Geschäftsführer beider beteiligter Unternehmen des Stadtwerke-Konzerns.

Seitdem wird parallel an Planungs- und Genehmigungsverfahren gearbeitet, die Fläche beräumt und für die zukünftige Nutzung vorbereitet und die Teilnahme an dem komplexen PV-Förderverfahren vollzogen. Letzteres konnte im SWR-Konzern-verbund nun als weiterer Meilenstein zu 100% erfolgreich abgeschlossen werden.

Dabei gelang es bereits im Dezember 2020 den Stadtwerken, konkret der EGR GmbH, sich bei der ersten Ausschreibung der zukünftigen elektrischen Leistung im Förderverfahren durchzusetzen. Ende April 2021 ist nun auch der Bescheid für die Förderung der 2. Ausschreibung aus Bonn in Riesa eingegangen. „Damit ist die Förderung der gesamten PV-Kraftwerksleistung, die wir auf dem Gelände installieren wollen, gesichert.“, freut sich René Röthig.

Die Kritiker

Die Hinweise, Anregungen und Bedenken, die an die SWR heran getragen werden, nehmen wir selbstverständlich ernst und sind bemüht einen ausgewogenen Ausgleich der Interessen zu erreichen. Diese Vorgehensweise ist grundsätzlich auch Bestandteil des Verfahrensablaufes. Natürlich beherrschen auch wir nicht die Kunst, es jedem recht zu machen. Aber man muss schon ein ausgeprägter Fundamentalkritiker und Fan von Staub und Lärm sein, wenn man mehr Vor- als Nachteile im bisherigen Zweck als Kohlehandels- und -umschlagplatz sieht, im Vergleich zu der von uns angestrebten Nutzung der Fläche als PV-Kraftwerk.

Die Zukunft

Als nächstes werden die notwendigen Genehmigungsverfahren weiter voran gebracht, um danach die PV-Kraftwerksanlage auszuschreiben. Parallel werden noch im 2. Quartal 2021 die großen Gas- und Wasserleitungen, die das Grundstück queren, erneuert. „Bei weiterhin optimalem Projektablauf sehen wir der Inbetriebnahme des PV-Kraftwerkes im nächsten Jahr hoffnungsfroh entgegen.“, schätzt Röthig ein.

Das Ziel

„Mit vereinten Kräften und Unterstützung von Stadtrat, Aufsichtsrat und Stadtwerke-Konzern werden wir mit dem Projekt einen konkreten, betriebswirtschaftlich sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten und in unserer Stadt einen mehrere Hektar großen Kohlelager- und -umschlagplatz in ein modernes emissionsfrei arbeitendes PV-Kraftwerk umgestaltet haben.“, zieht Röthig als Fazit.