Die Abrechnung der Energie für das Jahr 2023

13. Februar 2024

Anfang Februar ist es wieder soweit, durch die Stadtwerke Riesa GmbH (SWR) werden die Jahresrechnungen für das Jahr 2023 versendet. Sicher werden die Briefe von vielen Kunden mit einem mulmigen Gefühl geöffnet, war doch das vergangene Jahr geprägt von Nachwirkungen des Krisenjahres 2022. Umso mehr dürften viele Riesaer überrascht sein, dass die Rechnung keine hohen […]

Anfang Februar ist es wieder soweit, durch die Stadtwerke Riesa GmbH (SWR) werden die Jahresrechnungen für das Jahr 2023 versendet. Sicher werden die Briefe von vielen Kunden mit einem mulmigen Gefühl geöffnet, war doch das vergangene Jahr geprägt von Nachwirkungen des Krisenjahres 2022. Umso mehr dürften viele Riesaer überrascht sein, dass die Rechnung keine hohen Nachzahlungen mit sich bringt, eher das Gegenteil ist der Fall.

Wie stellt sich die Situation bezüglich Guthaben bzw. Nachforderungen dar? „Wir freuen uns, dass wir das Jahr 2023 zumeist mit erheblichen Gutschriften für die Riesaer abschließen können.“ sagt René Röthig, Geschäftsführer der Stadtwerke Riesa. Im Durchschnitt erhalten unsere Kunden Gutschriften. Es gibt aber auch Kunden, deren Abschläge zu gering waren. Bei ihnen kommt es zu Nachforderungen. Worin liegen die Ursachen? Viele Kunden haben ihren Energieverbrauch und somit ihre Energiekosten gesenkt. Zum Beginn der Heizperiode haben die SWR eine Preissenkung für Erdgas durchgeführt. Viele Kunden haben darauf verzichtet, ihre Abschläge nach der Preissenkung zu senken. Dieses Verhalten zahlt sich nun durch die Höhe der Gutschrift aus.

Werden Mieter auch Guthaben aus ihren Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2023 zu erwarten haben? Die Energieabrechnung unterscheidet bei sonst vergleichbaren Verhältnissen nicht zwischen Kunden, die direkt die Rechnung von uns erhalten und denen, deren i.d.R. Wärmekosten mittels Betriebskostenabrechnung (BK-Abrechnung) abgerechnet werden. Unsere Energieprodukte stellen allerdings nur einen von mehreren Bestandteilen der BK-Abrechnung dar, sodass deren Höhe nur zu einem Teil durch Energiekosten geprägt ist. Zudem ist für die Beurteilung des Guthabens bzw. des Nachzahlungsbetrages immer auch die Abschlags- bzw. Vorauszahlungshöhe ganz entscheidend. Zu all diesen Faktoren haben die SWR keine Erkenntnisse, sodass wir zur Erwartungshaltung bezüglich der BK-Abrechnung keine Prognose abgeben können.

Welche Auswirkungen hat das Jahr 2023 wirtschaftlich bei den Stadtwerken Riesa hinterlassen? Wir sind grundsätzlich gut aufgestellt und haben das Jahr 2023 wirtschaftlich erfolgreich absolvieren können. „Diesen Erfolg teilen wir mit unseren Kunden. So konnten wir in der Heizperiode im vierten Quartal 2023 unsere Gastarifkunden über eine Preissenkung informieren. Zum Jahreswechsel 2023/24 haben wir auch die Preise für Strom, sowohl in der Grundversorgung als auch in den Sondertarifen, deutlich senken können.“, informiert René Röthig, Geschäftsführer der SWR. So liegt der Preis für unseren beliebten „Stadtstrom-Tarif“ mit einem Arbeitspreis von 31,84 Ct/kWh netto (37,89 Ct/kWh brutto) deutlich unterhalb der Preisbremse. Die meisten Fernwärmekunden in Riesa profitierten sowohl im Jahr der Energiekrise 2022 als auch im Jahr 2023 von dem historisch niedrigen Preisniveau aus den Jahren vor der Energiekrise. Viele Wohngebäudeeigentümer haben hier unser Angebot mit mehrjähriger Preisfixierung angenommen. So war es möglich, in Riesa viele Fernwärmekunden auch in 2023 zu historischen Tiefstpreisen beliefern zu können. Zudem wirkt sich auch die Mehrwertsteuerabsenkung für Erdgas und Fernwärme seit Oktober 2022 entlastend auf die Energiepreise unserer Endkunden aus.

Kann man einen Blick in die Zukunft wagen? Mit Blick auf die Zukunft ist jedoch die Rückkehr zum ursprünglichen Mehrwertsteuersatz, auch für Gas und Fernwärme, im Jahr 2024 absehbar. Dies wird sich naturgemäß grundsätzlich auf den Bruttopreis erhöhend auswirken. Die Marktpreise sind im Vergleich zum Jahr 2022 deutlich gesunken, erreichen jedoch nicht die historischen Tiefststände der Vergangenheit. Dies bedeutet für unsere Kunden tendenziell sinkende Preise. Für Kunden, die bis zuletzt von langfristig orientierten Festpreisverträgen aus der Zeit vor der Energiekriese profitieren konnten, werden die Preise steigen und das tatsächliche derzeitige Marktniveau annehmen. Nimmt man den mittelfristigen Preisverlauf, z. B. bis 2027, in den Blick, sehen wir sich auf dem jetzigen Niveau stabilisierende, ggf. leicht sinkende Energiepreise. Diese Energiepreise bilden jedoch nur einen Teil ihrer Energiekosten ab. Umlagen, Steuern, Abgaben und Netzentgelte bilden einen weiteren großen Preisbestandteil, welchen wir als SWR kaum bzw. gar nicht beeinflussen können. Hier zeigen sich eher Kostensteigerungen z.B. mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), wo ein stetiger Anstieg der CO2-Abgaben festgelegt wurde. Der sich abzeichnenden weiteren CO2-Abgabenerhöhung wirken die SWR durch erhebliche Investitionen entgegen. Beispielsweise wird am Standort Bebelstraße aktuell eine Großwärmepumpe in das Fernwärmesystem integriert. Der Ausbau der Energietransportnetze soll als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende vorangetrieben werden. Um die Auswirkungen auf die Netzentgelte als Bestandteil der Energiekosten zu dämpfen, sollten den großen Stromübertragungsnetzbetreibern – in unserer Region die 50 Hertz Transmission GmbH – dafür 5,5 Milliarden Euro Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt werden. Diese Zuschüsse sind im Rahmen des Koalitionskompromisses der Bundesregierung im Dezember 2023 gestrichen worden. In der Folge mussten die Übertragungsnetzbetreiber ihre Netzentgelte zum 01.01.2024 deutlich erhöhen, was sich auch auf die Netzentgelte der SWR auswirkt. Die SWR haben diese Kostenerhöhungen zum 01.01.2024 nicht an ihre Tarifstromkunden, z.B. der Grundversorgung bzw. des „Stadtstromproduktes“, weitergegeben.

„Die Stadtwerke Riesa haben sich in ihrer gesamten nun schon über 30-jährigen Unternehmensgeschichte stets als zuverlässiger fairer Partner, auch in Krisenzeiten, erwiesen. Viele Schnäppchenjäger mussten diesbezüglich in der jüngsten Vergangenheit mit ihren Versorgern andere, schlechte Erfahrungen machen.“, erinnert Röthig.

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