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Kunst, die bildet

09.07.2010

Das "VOLLTREFFER! Vereinsporträt" mit dem Glashof Riesa e. V.: Die Förderung von Kunst und Kultur in jeglicher Form hatte sich der Glashof e.V. bei seiner Gründung im Jahr 2003 auf die Fahnen geschrieben. Die namentliche Verwandtschaft zum Künstlerhaus Glashof auf der Hohen Straße kommt nicht ganz von ungefähr, denn nicht nur personell gibt es Überschneidungen. Cornelia Hartzsch, die Frau des Glaskünstlers Andreas Hartzsch, ist die „gute Seele“ des Künstlerhauses und zugleich Vorsitzende des Glashof e. V.

Das komplette Vereinsporträt als PDF

 

Die Mitglieder des Vereins – allesamt Kunstinteressierte aus Riesa und Umgebung – setzen sich vor allem für eins ein: Kunst, die bildet. Und so diente das erste größere Projekt des Glashof e. V. dazu, Kinder an Kunst und das Handwerk „dahinter“ heranzuführen – nicht in Schulräumen, sondern im Glashof-Atelier, nicht nur theoretisch, sondern zum Anfassen. Zum Glas kamen die Materialien Metall und Stein bzw. Holz dazu. Die Kinder entdeckten die Kunst auf ganz praktische Art, waren fasziniert davon, mit ihren eigenen Händen etwas zu gestalten, das dann auch noch in einer Ausstellung gezeigt wird.

 

Der Glashof e.V. erhielt dafür 2004 den ersten Preis im Wettbewerb „Wir hier und jetzt – Hiersein und Hierbleiben“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in der Sparte Berufsorientierung. Das Preisgeld war eine gute Starthilfe. Dazu kamen die sehr gute Begleitung durch die Stiftung und Seminare zu Projekten, die Cornelia Hartzsch halfen, ein Netzwerk aus Schulen, Firmen und Persönlichkeiten zu bilden.

 

Längst gehören die Angebote des Glashof e. V. zum Standard an Riesaer Schulen und Bildungseinrichtungen der Umgebung. Die Jüngsten, die mitmachen, gehen in die vierte Klasse. Gerade wurde aber ein Projekt mit dem Beruflichen Schulzentrum für Technik und Wirtschaft abgeschlossen, bei dem die Schüler die Pokale für die Ehrung der besten Absolventen gestaltet haben. Und während ein Teil der Jugendlichen seine Kreativität bei den handwerklichen Arbeiten austobte, begleiteten andere das Ganze mit der Kamera, denn seit einiger Zeit ist auch der SAEK, der Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanal mit „im Boot“. Die Jugendlichen drehen einen Film, schneiden ihn selbst, entwerfen die Begleittexte und sprechen sie selbst.

 

Cornelia Hartzsch und ihre Mitstreiter Michael Herold (Metall) und die Glashofkünstler Andreas Hartzsch (Glas) und Andreas Garn (Holz) sind immer wieder fasziniert, welche Veränderungen die Beschäftigung mit Kunst in den Jugendlichen hervorrufen kann. Die kommen mitunter total „cool“ daher, bereit, sich wie üblich berieseln zu lassen. Doch wenn sie dann selbst gefordert sind – z. B. in der Werkstatt bei Schmiedemeister Gruhle mal am Amboss den Hammer zu schwingen – merken sie, dass mehr dazu gehört als Muskelkraft. „Diese andere Art der Bildung schließt jedes Herz auf. Die elementare praktische Erfahrung verändert die Jugendlichen. Dafür lohnt sich die Mühe immer wieder“, umreißt Cornelia Hartzsch ihre Erfahrungen.

 

Natürlich ist das Startkapital von 2004 längst aufgebraucht. In erster Linie ist Cornelia Hartzsch ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Projektförderung. Aber es gibt inzwischen auch eine Vielzahl von Organisationen und Institutionen, die den Verein unterstützen. Dazu gehören insbesondere die Kreishandwerkerschaft und der Landkreis Meißen.